Hat das Kind keine Mutter?

Als ich ein kleines Kind war, waren beide meiner Eltern berufstätig. Eines Tages verlor mein Vater abrupt seinen Job und kümmerte sich daraufhin für volle drei Jahre um mich und meinen Bruder. Wir haben es geliebt und waren unglaublich glücklich, auch den Papa mal im Alltag bei uns zu haben. 

Doch hierbei ist mir eine Sache bis heute nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Jeden Morgen brachte mich mein Vater in den Kindergarten und holte mich wieder ab. Alle anderen Kinder wurden von deren Müttern gebracht. Eines Tages fragte mich meine Erzieherin, ich mit meinen fünf Jahren, vor meinem Vater, ob ich denn eigentlich auch eine Mutter hätte. Daraufhin antwortete ich mit der Leichtigkeit eines Kindes, dass bei uns meine Mama in die Arbeit geht und der Papa sich um uns kümmert. Daraufhin nickte die Erzieherin nur. 

Father and Son

Und hier kommen wir zum Punkt. Ja, die Geschichte liegt über 20 Jahre zurück, aber ich bin mir sicher, dass einige von euch auch heute das Gleiche erleben oder selbst schon einmal solch eine Situation hatten. 

Wie kann es sein, dass wir Frauen so sexistisch im Alltag behandelt werden. Wie kann es sein, dass Männer bis heute Lob und Anerkennung bekommen, wenn sie sich um die gemeinsamen Kinder kümmern und all die Dinge tun, die wir Frauen eh tagtäglich machen. 

Das hier soll kein Feminismus Artikel werden, sondern nur einmal die nicht vorhandene Gleichberechtigung im Alltag aufzeigen und euch Frauen Unterstützung bieten in dem was ihr leistet und macht. Das klassische Frau Mann Rollenbild soll endlich gebrochen werden und die Akzeptanz dafür geschaffen werden, dass wir Frauen genauso “das Geld nach Hause bringen” können. Es besteht, außer vielleicht in der finanziellen Vergütung, absolut kein Unterschied, ob die Frau oder der Mann arbeiten geht und die andere Person vorerst zuhause bleibt und sich um das Kind kümmert. Wir Frauen haben ja eher das Problem, dass irgendwann die Uhr tickt und die Entscheidung gefällt werden muss, wann der richtige Moment für ein Kind da ist. Wenn es diesen überhaupt gibt. Nach dem Studium einen passenden Job finden, darin glücklich sein und beginnen sich eine Karriere aufzubauen. Diese wird spätestens ab dem Gespräch “ich bin schwanger” vorerst eh auf Eis gelegt. Schwangerschaft, Geburt, Kind kommt auf die Welt. Die Frau ist erstmal raus aus dem Berufsleben. Leider kommt es häufig vor, dass es mit dem Arbeitgeber zwar besprochen war, dass man die alte bzw. Ursprüngliche Rolle im Unternehmen nach Rückkehr wieder bekommt, in der Realität sieht es aber oft anders aus. Auch das Thema Teilzeit ist in vielen Firmen ungern gesehen. Aber nach all den Strapazen, die wir durch das kleine Wesen, welches im Bauch gewachsen ist, erlitten haben, wieso dürfen wir Frauen nicht zurück in den Beruf und die Karriere vorantreiben? Wie viele Männer fühlen sich dadurch in ihrem Ego gekränkt oder es steht für sie überhaupt nicht zur Diskussion, dass sie zuhause bleiben.

Working Woman

Daher die Bitte an uns alle: legen wir endlich diese veralteten Rollenbilder ab und leben das Leben so, dass alle glücklich und zufrieden sind und wir Frauen uns nicht mehr ständig das Klischee von Hausfrau und Mutter anhören müssen.